• Über den Horizont

    Unsere Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Maria Böhmer, hat eine wirklich tolle Tradition, zu ihrem Neujahrsempfang einen Hauptredner einzuladen, der aus einem interessanten Bereich der Gesellschaft kommt, aber mit Politik in erster Linie nicht unbedingt etwas zu tun hat. So konnten wir bei ihrem Empfang schon außergewöhnlichen Persönlichkeiten wie dem Historiker Giudo Knopp, dem Journalisten Peter Klöppel oder dem französischen Botschafter Philippe Etienne zuhören. In diesem Jahr jedoch wurde für einen Wissenschaftler wie mich etwas ganz besonders geboten, indem sie als Gast den ehemaligen ESA-Astronauten, früheren Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und heutigen Direktor für bemannte Raumfahrt, Thomas Reiter, eingeladen hat. Maria Böhmer hat mir eine ganz besondere Freude gemacht, indem sie mich für die Moderation der Diskussion ausgewählt hat, und so hatte ich die Gelegenheit, ein interessantes Gespräch mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit zu führen, die sowohl als Raumfahrer, Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager Maßstäbe gesetzt hat.

    Thomas Reiter hat uns in seinem Vortrag viele Eindrücke vermittelt von seinen beiden Missionen in die Erdumlaufbahn. So ist er mit der Sojus zur früheren russischen Raumstation MIR und mit dem Space Shuttle zur Internationalen Raumstation ISS geflogen, wo er jeweils über 170 Tage im Orbit verbracht hat. Er gab uns einen Einblick in die wissenschaftlichen Ziele der Missionen und den “All”tag im All, und er wagte einen Ausblick auf die Zukunft der bemannten Raumfahrt, die in einigen Jahren bis zum Mars führen soll.

    Die Eindrücke und Erlebnisse, die uns Thomas Reiter vermittelt hat, können nur ganz wenige Menschen auf unserem Planeten erzählen. Die Darstellung der Raumfahrt aus der Perspektive des Astronauten und aus der des Direktors, der nun für die Europäische Raumfahrt verantwortlich ist, machte diesen Neujahrsempfang zu einem ganz besonderen Abend und ich freue mich, Herrn Reiter kennengelernt und über die Herausforderungen der Wissenschaft im Weltraum gesprochen zu haben.

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